Allnet Flat mit RCS – der aktuelle Stand – Die SMS Technik ist in die Jahre gekommen und mittlerweile extrem limitiert. Man kann damit keine Medien wie Bilder oder Videos versenden und auch andere Funktionen wie Gruppenchats sind nicht direkt möglich. Daher wird seit mehreren Jahren an verschiedenen Nachfolgern gearbeitet und ein Protokoll, dass die SMS ablösen soll ist RCS. Damit soll es möglich werden, Messenger wie WhatsApp zu ersetzen und Nachrichten und Chats wieder direkt mit den Handys möglich zu machen.
Was hinter RCS steht, wie man es nutzt und welchen Anbieter es dafür bereits gibt, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
Was sind RCS Nachrichten?
RCS ist eine Technik für die Nachrichtenübermittlung und mittlerweile schon mehr als 10 Jahre alt. Das Konzept war ursprünglich geplant gewesen um einen Nachfolger für die SMS anbieten zu können. Daher wurde RCS mit den Funktionen ergänzt, die moderne Messenger wie WhatsApp bieten, die aber in SMS nicht vorhanden sind.
In der Regel sind RCS Nachrichten deutlich billiger, da sie nicht per Nachricht abgerechnet werden, sondern per Datenvolumen. Wer also eine Datenflat hat (und die ist bei fast allen Allnet Flat mittlerweile mit enthalten) verschickt die Messages so kostenlos. Dabei muss es gar keine Flat mit unbegrenztem Datenvolumen sein, auch 20 GB Flat oder 10 GB Allnet Flatrates sind nicht notwendig. Die RCS Nachrichten selbst sind so klein (reine Textnachrichten), dass auch wenige GB ausreichen. Diese bekommt man im Allnet Flat Bereich ab etwa 5 Euro monatlich.
Das Beste dabei: RCS benötigt keine extra App, sondern ist direkt in Android und der Messenger-App von Android mit enthalten. Mittlerweile unterstützt auch Apple in iOS die neue Technik, so dass man auch zwischen iOS und Android RCS Nachrichten kostenfrei versenden kann, wenn man ein aktuelles iPhone nutzt.
| Feature | Android (Google Messages) | iOS (Apple Nachrichten) | Cross-Plattform (Android ↔ iOS) |
| Bilder & Videos | Hochauflösend (Original) | Hochauflösend (Original) | Ja (keine MMS-Matsch-Videos mehr) |
| Schreibanzeige | Ja | Ja | Ja |
| Lesebestätigung | Ja | Ja | Ja |
| Verschlüsselung | Ende-zu-Ende (E2EE) | Ende-zu-Ende (E2EE) | Ja (neu seit iOS 26.4 / UP 3.0) |
| Gruppen-Chats | Vollständig | Vollständig | Ja (mit Admin-Rechten) |
| Emoji-Reaktionen | Ja | Ja | Ja (Tapbacks funktionieren beidseitig) |
| Nachrichten bearbeiten | Ja | Ja | Ja (erfordert UP 3.0 auf beiden Seiten) |
| Antworten (Inline) | Ja | Ja | Ja |
| Bubble-Farbe | Blau (RCS) | Blau (iMessage) / Grün (RCS) | Grün (auf dem iPhone bleiben RCS-Bubbles grün) |
VIDEO RCS einfach erklärt
Diese Anbieter unterstützen bereits RCS
In Deutschland ist RCS mittlerweile zum flächendeckenden Standard im Mobilfunk gereift und wird von allen relevanten Akteuren unterstützt. Die drei großen Netzbetreiber – Telekom, Vodafone und O₂ Telefónica – bieten den Dienst bereits seit geraumer Zeit sowohl für ihre Vertragskunden als auch im Prepaid-Bereich vollständig an. Damit ist die technische Grundlage für moderne Chat-Funktionen wie hochauflösende Medienübertragung, Schreibanzeigen und Lesebestätigungen direkt über die systemeigene Nachrichten-App gegeben.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung bei den zahlreichen Tochtermarken und Mobilfunk-Discountern. Anbieter wie Congstar, ALDI TALK, Lidl Connect oder die gesamte Drillisch-Gruppe mit Marken wie PremiumSIM und sim.de haben den Standard inzwischen fest in ihre Profile integriert. Ein entscheidender Wendepunkt war hierbei die verbesserte Unterstützung seitens Apple im Winter 2025/2026, durch die auch die sogenannten „Carrier Bundles“ kleinerer Anbieter für das iPhone aktualisiert wurden. Dadurch können nun auch Nutzer von günstigeren Tarifen nahtlos und verschlüsselt mit Android-Nutzern kommunizieren.
Für die reibungslose Nutzung ist lediglich eine aktuelle Software-Version sowie eine aktive Datenverbindung erforderlich. Während Android-Nutzer primär auf die Google Messages App setzen, ist auf dem iPhone die Integration direkt in die iMessage-App erfolgt, wobei die Sprechblasen in der Kommunikation mit Android-Geräten zur Unterscheidung weiterhin grün bleiben. Damit hat sich RCS als echte, datenschutzfreundliche Alternative zu kommerziellen Messengern wie WhatsApp etabliert, da keine zusätzliche Registrierung bei einem Drittanbieter notwendig ist.
Was kosten RCS Nachrichten?
Der Versand von RCS-Nachrichten erfolgt in Deutschland für Privatkunden grundsätzlich kostenfrei, da die technische Abwicklung nicht über das klassische SMS-Protokoll, sondern über das Internet erfolgt. Ähnlich wie bei bekannten Messenger-Diensten werden die Datenpakete entweder über eine WLAN-Verbindung oder das mobile Datenvolumen übertragen. Innerhalb eines Tarifs mit integrierter Datenflatrate entstehen somit keine zusätzlichen Gebühren für den Austausch von Texten, hochauflösenden Bildern oder Videos.
Ein Kostenrisiko besteht lediglich dann, wenn keine aktive Internetverbindung vorhanden ist oder das Empfängergerät den RCS-Standard nicht unterstützt. In diesen Fällen greifen viele Smartphones auf eine automatische Rückfall-Option zurück und versenden die Nachricht stattdessen als herkömmliche SMS oder MMS. Sofern der genutzte Mobilfunktarif keine entsprechende Flatrate für diese Dienste beinhaltet, werden die Nachrichten gemäß der geltenden Preisliste des Anbieters einzeln abgerechnet. Dies betrifft insbesondere den Versand von Medieninhalten, da MMS-Dienste oft mit höheren Entgelten belegt sind als einfache Textnachrichten.
In den Systemeinstellungen der Nachrichten-App lässt sich dieses Verhalten jedoch steuern, indem die automatische Umwandlung in SMS oder MMS deaktiviert wird. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Kommunikation ausschließlich über den kostenlosen digitalen Kanal erfolgt. Für die private Nutzung zwischen kompatiblen Endgeräten stellt RCS somit eine gebührenfreie und datensparende Alternative zu traditionellen Mobilfunkdiensten dar.
VIDEO RCS beim iPhone aktivieren
RCS aktivieren und deaktivieren – so geht es
Die RCS Funktion ist aktuell nur bei Android verfügbar, daher sollte man bei iPhone und iPad erst gar nicht danach suchen. Bei Android ist dieser Dienst auch nicht in den Einstellungen zu finden, sondern in der Nachrichten-App selbst (meistens für SMS genutzt). Die Vorgehensweise ist dabei immer gleich:
- Messages App öffnen
- auf Einstellungen gehen (die drei Punkte in der rechten oberen Ecke)
- auf Chat-Einstellungen klicken
- dort muss der Haken bei Chat-Funktionen aktiv sein, dann ist RCS aktiviert
Je nach Anbieter wird RCS in den Einstellungen als Chat-Funktion bezeichnet. Daher kann es durchaus sein, dass man diese Funktion unter RCS als Suchbegriff nicht findet, sondern selbst durchklicken muss. Lässt sich die Funktion nicht aktivieren, kann es sein, dass die Voraussetzungen dafür fehlen. Dann sollte man prüfen, was eventuell noch getan werden muss, damit RCS zur Verfügung steht.
Google schreibt zur Vorgehensweise bei Problemen:
- Status der Chatfunktionen: Öffnen Sie die Messages App. Tippen Sie auf „Mehr“ > Einstellungen > Chatfunktionen. Überprüfen Sie den Status der Chatfunktionen. Wenn Sie nicht verbunden sind, tippen Sie auf Wiederholen.
- Wichtig: Für alle Personen in einer Unterhaltung müssen Chatfunktionen aktiviert sein. Datenverbindung: Sehen Sie nach, ob Ihr Android-Smartphone oder -Tablet mit dem Internet verbunden ist und SMS empfangen kann. Version der Messages App: Sie und die Person, mit der Sie chatten, müssen die aktuelle Version der Messages App installiert haben. Standard
- Nachrichten-App: Sehen Sie nach, ob Messages auf Ihrem Gerät die Standard-App für SMS ist.
- Android-Version: Für die Nutzung von Chatfunktionen benötigen Sie Android 5.0 oder höher. So prüfen Sie Ihre Version.
- Die mit der Messages App verknüpfte Telefonnummer ändern: Öffnen Sie die Messages App. Tippen Sie auf „Mehr“ > Einstellungen > Erweitert. Wählen Sie Telefonnummer aus und geben Sie die richtige Telefonnummer ein, die mit Ihrer SIM-Karte verknüpft ist. Tippen Sie auf OK.